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Die geplante Verbindungsbahn führt mitten durch die Schutzzone C

 

unberührte und ungenutzte Landschaftsbestandteile dürften mit diesen Plänen der Vergangenheit angehören ...

 

denn auch die Zahl der Free-Ride Skifahrer würde mit einer neuen Verbindungsbahn- und piste zunehmen

 

keine Rückzugs- und Ruhezonen wären gleichbedeutend mit dem Aus für das Birkhuhn

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ALPENPLAN

Das Skigebiet Riedberger Horn im Balderschwanger Tal soll mit dem Skigebiet Grasgehren am Riedbergpass verbunden werden. Hierzu ist der Bau einer Verbindungsbahn und –piste an der Westflanke des Riedberger Horns vorgesehen. Die Gemeinden Obermaiselstein haben für dieses Ziel einen „Teilflächennutzungsplan“ erstellt und ein „Zielabweichungsverfahren“ beantragt, da das Vorhaben in Alpenplan -Zone C liegt. In einem weiteren Verfahren sollen die bestehenden Schlepplifte „3 und 4“ in Grasgehren durch eine 8er-Sesselbahn („Hörnlebahn“) auf neuer Trasse ersetzt werden. Der Neubau eines großen Schneiteichs mit Beschneiungsanlage ist zu erwarten, jedoch bislang nicht in den Planungen enthalten.

Eine Zerstörung des Riedberger Horns wäre ein Frontalangriff auf den Alpenplan, der über so viele Jahre beim Schutz der Alpen so gute Dienste geleistet hat. Wenn uns nichts mehr unantastbar, wenn uns nichts mehr heilig ist, können wir auch gleich die Wieskirche einreißen, um einen Parkplatz zu bauen. Ebenso wie der Erhalt unserer wunderbaren Kulturdenkmäler ist Naturschutz immer auch Schutz unserer Heimat.
Dr. Norbert Schäffer - LBV Landesvorsitzender

Der Alpenplan regelt seit über 40 Jahren die Erschließung des Bayerischen Alpenraums. Er ist ein landesplanerisches Instrument für die nachhaltige Entwicklung und Steuerung der Erholungsnutzung im bayerischen Alpenraum. Er regelt die Zulässigkeit von Verkehrserschließungen (z.B. Seilbahnen oder Pisten). In der strengsten Schutzkategorie, der Zone C (1868,4 km2 /42 % des bayer. Alpenraumes) sind neue Erschließungen wie Straßen, Liften oder Skipisten grundsätzlich unzulässig. In der Zone B (976,6 km2 / 23 %) sind Erschließungen nur unter Berücksichtigung eines strengen Maßstabs möglich. In der Zone A (1548,3 km2, 35 % des bayer. Alpenraums) ist die Errichtung weiterer Erschließungsanlagen grundsätzlich möglich. Allerdings sind Vorhaben auch in der Zone A auf ihre Raum- und Umweltverträglichkeit zu überprüfen.


Der ALPENPLAN in Bayern

Am 1. September 2012 feierten die bayerischen Naturschutzverbände am Riedberger Horn das 40-jährige Jubiläum des Alpenplans. Der Alpenplan muss so erhalten bleiben wie er vor über 40 Jahren beschlossen wurde. Bisher wurde in der Geschichte des Alpenplanes noch keine Ausnahmegenehmigung erteilt. Auch das Riedberger Horn (Zone C) im Landkreis Oberallgäu ist wegen des Alpenplanes noch nicht von Skiliften erschlossen, obwohl Liftbetreiber dort derzeit wieder eine Skischaukel planen. Die Lifte würden einen Berg zerstören, von dem Luis Trenker schon sagte, es sei der schönste Skitourenberg Deutschlands. Die Bayerischen Natur- und Bergsportvereine feierten deshalb den Geburtstag des Alpenplanes am Riedberger Horn. Sie forderten, dass es auch in Zukunft keine Verkleinerungen oder Ausnahmegenehmigungen beim Alpenplan geben darf.

Auch die neue Planung betrifft die Zone C des Bayerischen Alpenplans.
Eine Erschließung in dieser Schutzzone ist grundsätzlich nicht hinnehmbar
und hätte weitreichende Folgen für viele andere Gebiete im bayerischen Alpenraum.

Dr. Stefan Köhler - Vorsitzender der CIPRA Deutschland


Der größte Teil der Urlauber kommt wegen der Landschaft und des Naturerlebnisses in die bayerischen Alpen, wie zahlreiche Studien belegen. Dabei steht das Wandern an oberster Stelle der Aktivitäten. Um dieser Mehrheit der Gäste entsprechenden Naturgenuss zu ermöglichen, wurde in vorausschauender Weise 1972 der sog. Alpenplan ausgearbeitet. Die darin festgelegten Ruhezonen haben bis heute herausragende Destinationen für den naturnahen Tourismus gesichert. Neben dem Riedberger Horn im Allgäu konnten in Oberbayern z.B. der Watzmann, die Rotwand, der Hochgern, der Inzeller Kienberg oder die Alpspitze bei Garmisch von geplanten Bergbahnerschließungen verschont bleiben.

Im Allgäu versuchen Liftbetreiber aktuell wieder eine Skischaukel über das Riedberger Horn zu bauen. Damit würde nicht nur ein äußerst attraktives naturtouristisches Ziel zerstört, sondern auch ein ganz besonders wertvolles Biotop in den Allgäuer Alpen vernichtet. Ein solch einzigartiges Mosaik an unterschiedlichen seltenen Lebensräumen, die einer Vielzahl geschützter Tier und Pflanzenarten Heimat bieten, findet sich nur an wenigen Orten im Allgäu. Für das Birkhuhn ist das Riedberger Horn der wichtigste Lebensraum in den Allgäuer Bergen westlich der Iller.

Eine erstmalige Ausnahme von den Zielen des Alpenplanes von 1972 wäre ein Präzedenzfall für ganz Bayern. Die an der Feier teilnehmenden Umwelt- und Bergsportverbände forderten den für den Alpenplan zuständigen bayerischen Wirtschaftsminister Martin Zeil auf, den Alpenplan nicht anzutasten und keinerlei Ausnahmegenehmigungen zu erteilen.


Kommentar
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Stevie - 17.11.2017 - 19:16 Uhr 
Wandern, sanfter Tourismus und Bergsteigerdörfer sind weiter im Kommen. Wir brauchen keine grĂ¶ĂŸeren Skigebiete! Lebensraum fĂŒr Tiere ist wichtiger als naturzerstörende Skigebiete.

Gerhard - 17.11.2017 - 10:32 Uhr  ✪✪
Dass ausgerechnet eine Partei, die sich christlich nennt, sich so fĂŒr die Zerstörung des Riedberger Horns einsetzt ist schon erstaunlich. eigentlich sollte sich so eine Partei fĂŒr die Erhaltung der Schöpfung einsetzen. Aber um des Mammons willen werden alle VorsĂ€tze ĂŒber Bord geworfen.

Alex Leonhard - 15.11.2017 - 13:57 Uhr 
Möchte mal wissen, ob unser Heimat(zerstörungs)minister Söder
weiss, was ein Bergsteigerdorf ist. Wahrscheinlich nicht.

Rita und Michael Maier-Fesl - 30.10.2017 - 23:02 Uhr  ✪✪✪
Wir finden es bedauerlich, dass auf Grund wirtschaftlicher Interessen
alle anderen Meinungen erschlagen werden. Wir sind fĂŒr die
Beibehaltung des Alpenplans und Zone C des Riedberger Horns.

Helmut Weigel - 30.10.2017 - 22:30 Uhr  ✪✪✪
Wir brauchen keine Skischaukeln mehr. Davon haben wir doch wirklich schon genug.Man muß sich diese Skigebiete im Sommer nur einmal anschauen. Eine geschundene u. zerfurchte Mondlandschaft auf der sich kaum noch ein BlĂŒmchen zeigt, geschweige denn sich noch Tiere hier aufhalten wollen. FĂŒr uns Bergwanderer sind diese plattgepressten u. in unsinniger Weise verschandelten Naturregionen nicht nachvollziehbar. Diese Skischaukelbetreiber zerstören in irrwitziger Weise ganze Bergregionen in denen die Natur noch in Ordnung ist. Diese Leute jagen wie ĂŒberall auf der Welt nur dem schnöden Mammon hinterher. Man sollte sie teeren u. federn.

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